Paul Keller ist der wohl volkstümlichste Erzähler Schlesiens. Er war Schulmeister, der zuerst in Jauer, dann in Schweidnitz und schließlich in Breslau unterrichtete. Von 1909 bis 1912 gab er die Zeitschrift „Der Guckkasten“ heraus, 1912 gründete er die Zeitschrift „Die Bergstadt“. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane „Waldwinter“, „Heimat“, „Der Sohn der Hagar“, „Die alte Krone“, „Die Insel der Einsamen“, „Ferien vom Ich“, „Hubertus“, „In fremden Spiegeln“, „Die vier Einsiedler“, alle zwischen 1907 und 1923 erschienen und immer wieder neu aufgelegt. Er schrieb auch autobiographische Darstellungen, so den Erzählband „Ein Stück eigener Lebensgeschichte“. Die Romane von Paul Keller werden auch heute, vierzig Jahre nach seinem Tode, noch immer gern gelesen.
Bibl.: W. Kosch: Deutsches Literaturlexikon; Josef Nadler: Literaturgeschichte des deutschen Volkes, 1938, Bd. III, S. 643; G. W. Eberlein: Paul Keller (1922); H. Wentzig: Paul Keller, Leben und Werk (1954).
(1973)