23. April 0997

Missionsreise Adalberts von Prag zu den Preussen

Auf der Rückreise von den baltischen Prußen, die sich hartnäckig seinen Missionsbestrebungen widersetzt hatten, erlitt Adalbert von Prag am 23. April 997, einem Freitag, den Märtyrertod. Nachdem alle Bekehrungversuche gescheitert waren, hatte sich Adalbert von den Prußen abgewandt, um seine Kräfte der Mission der slawischen Liutizen zu widmen. Während einer Rast wurden Adalbert und seine […]

1. Januar 0997

Erste Erwähnung Danzigs

Das Jahr 997 stellt keineswegs das Gründungsdatum der Stadt Danzig dar, sondern nur jenen Zeitpunkt, an dem der Name Danzig zum ersten Mal in einer schriftlichen Quelle auftaucht, im Lebensbericht des Hl. Adalbert, den kurz nach dessen Märtyrertod der römische Abt Canaparius verfaßte. Es heißt hier über die Reise des Bischofs nach Danzig und seine […]

1. September 1255

Die Gründung Königbergs

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Königsberg datiert auf den 29. Juni 1256. Genannt wird darin das „castrum de Coningsberg in Zambia“. Das Gebiet um die werdende Stadt war seit unvordenklicher Zeit besiedelt; das Pregeltal, gesäumt vom hochansteigenden samländischen Hügelland, ist ein eher schwer zu durchschreitender Landstrich. Diese topographische Lage wird aber durch einen aufgrund […]

1. Januar 1235

Erste schriftlich Erwähnung von Kronstadt

Das Jahr 2010 stand im Zeichen der 775-Jahrfeier seit der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung von Kronstadt als „Corona“ im Jahre 1235. Den Auftakt zu diesem Jubiläum bildete das von den Organisten Eckart Schlandt und Steffen Schlandt gestaltete Konzert zur Jahreswende am 31. Dezember 2009 in der Schwarzen Kirche, wobei Stadtpfarrer Christian Plajer zu historischen Daten […]

1. Januar 1218

Wallfahrt zum „Schlesischen Jerusalem“ In Albendorf/ Grafschaft Glatz

„Im Ort Albendorf, in der Prager Erzdiözese, steht ein Gotteshaus von gewaltiger Größe, wuchtig in seiner Bauart mit prächtigen Kunstwerken, mit Türmen, Kuppeln und vielen Kapellen, geschmückt mit Gemälden und herrlichster Ausstattung, Gott geweiht zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria. Dieses Marienheiligtum von Albendorf liegt nahe der Grenze von Böhmen in der Grafschaft Glatz, gleichwie […]

11. November 1215

Das Vierte Laterankonzil

Das von Papst Innozenz III. im Jahre 1213 einberufene Lateranense IV hatte alle Bischöfe des Okzidents und Orients eingeladen. 800 Bischöfe und Äbte waren seit 1215 anwesend, die vom 11. bis 30. November 1215 tagten. Themen waren vor allem der Kreuzzug und die Kirchenreform. Während sich die Historiker in der Literatur über dieses Konzil meist mit den Konflikten zwischen […]

1. Januar 1211

Das Burzenland wird erstmals urkundlich erwähnt

Das Burzenland liegt heute im Herzen Rumäniens, und zwar im südöstlichen Teil des Kreises Kronstadt und ist ein von Gott reich gesegneter Landstrich unserer Heimat. Es bildet eine Senke im südöstlichsten Teil Siebenbürgens, umgeben im Osten und Süden vom Karpatenbogen, im Westen vom Perschaner Höhenzug und im Norden vom Geisterwald und dem Altfluss. Der Name […]

1. Januar 1209

Deutsches Jagdwesen in Siebenbürgen

Siebenbürgen war und ist auch heute noch bekannt als das „Traumland des Jägers“. Auch dem außenstehenden Nichtfachmann ist das Siebenbürgische Jägerlied („Ich schieß den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Wald das Reh…“), entstanden 1828, geläufig, dessen Text Franz von Schober zugeschrie­ben wird und das durch die Vertonung von Franz Schubert (1797-1828) weite Verbreitung fand. […]

1. Januar 1206

„Saxones“ in Siebenbürgen

Im heutigen Rumänien, in dessen zentralem Landesteil Siebenbürgen, lebt eine heute zahlenmäßig kleine deutsche Minderheit, die sogenannten Siebenbürger Sachsen, deren Anzahl etwa 15.000 Seelen beträgt, während der größte Teil dieser Minderheit seit dem Zweiten Weltkrieg und besonders nach der Wende von 1989 hauptsächlich nach Deutschland ausgewandert ist, wo heute über 200.000 Siebenbürger Sachsen leben. Die […]

1. Januar 1999

Das Haus Brandenburg in Fürstenwalde/ Spree

Die Landsmannschaft Berlin-Mark Brandenburg zählt zu den sogenannten reichsdeutschen Landsmannschaften wie die Ostpreußen oder Schlesier, weil ihr Gebiet, die ehemalige Provinz Brandenburg innerhalb der Grenzen des Jahres 1937 liegt. Zahlenmäßig gehört sie zu den kleinsten Landsmannschaften mit weniger als 10.000 Mitgliedern. Bis zur politischen Wende war sie eine mitteldeutsche und eine ostdeutsche Organisation, nach der […]

10. Juni 1993

Wiederherstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands im Zweiten Weltkrieg wurde im Bereich der Sowjetischen Besatzungszone auf der Grundlage eines Befehls der Sowjetischen Militäradminis­tration vom 9. Juli 1945 als neue Gebietskörperschaft das Land Mecklenburg-Vorpommern gebildet. Die pommerschen Gebiete östlich der Oder – bald darauf in einem sich etwas länger hinziehenden Prozess auch das westlich der Oder gelegene Gebiet […]

31. Mai 1993

Die Gründung der Diözese Pilsen

Pilsen (Plzeń), das im Jahre 2015 neben Mons in Belgien eine der Kulturhauptstädte Europas war, wurde mit der Gründung der Diözese Pilsen im Jahre 1993 das fünfte Bistum Böhmens. Damit war eine über tausendjährige Entwicklung der Diözesanstruktur Böhmens abgeschlossen. In Tschechien kam für die Mährische Kirchenprovinz in Olmütz (Olomouc) für Nordmähren und Sudetenschlesien 1996 noch […]

1. Januar 1992

Stafette – Die Rumäniendeutsche Literatur Heute und Morgen

Die Herausgabe der Stafette steht für das Weiterleben der rumäniendeutschen Literatur in der angestammten Heimat Rumänien. Nach dem Umbruch von 1989 und dem Massenexodus der Rumäniendeutschen danach, besonders in den Jahren 1990 und 1991 mit über 100.000 verkauften Seelen von Ceaucescu an die Bundesrepublik, siedelten von den verbliebenen ca. 300.000 Rumäniendeutschen nochmals ungefähr 200.000 aus, […]

1. Januar 1991

Die Öffnung Königsbergs – Rückblick und heutige Perspektive

Nach der Eroberung Königsbergs durch die Rote Armee am 9. April 1945 befanden sich noch etwa 110.000 Deutsche in der Stadt. Diese Zahl nahm durch Willkürmaßnahmen der Besatzer, Krankheit (Typhus, Ruhr, Malaria, Diphtherie), Hunger (Dystrophie), Entkräftung und Freitod 1945 und 1946 rapide ab. Am 4. Juli 1946 wurde die Stadt in Kaliningrad umbenannt. Ab Ende […]

1. Januar 1972

Welterbkonvention der UNESCO

1972 verabschiedete die UNESCO in Paris das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, meist als Welterbekonvention bezeichnet. Es schützt Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit und ihrer Bedeutung für die gesamte Menschheit wichtig sind. Bis heute haben 189 Staaten diese Konvention ratifiziert. 2012 umfasst die UNESCO-Liste des Welterbes 962 Denkmäler in 157 Staaten. Die Länder, in […]

1. Januar 1956

Die Zeitschrift „Neue Literatur“ erscheint in Bukarest

1950 als „Banater Schrifttum“ in Temeswar gegründet, seit 1956 in Bukarest als „Neue Literatur“ herausgegeben, war die Zeitschrift, deren Auflage in den siebziger Jahren auf 2000 Exem­plare geschätzt wurde, eine der langlebigsten deutschen Lite­raturzeitschriften außerhalb des deutschen Sprachraums. Die Zeitschrift paßte in das Angebot einer vielsprachigen Min­derheitenpresse in Rumänien, das sowohl vor als auch nach […]

1. Januar 1956

Die Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Tragödie „Magnus Garbe“

Gerhart Hauptmann, der am 6. Juni 1946 in seinem „Wiesenstein“ in Agnetendorf verstorben ist, erlebte nicht mehr die Aufführung der Tragödie „Magnus Garbe“. Erst ein Jahrzehnt später hat sie stattgefunden und wurde als ein Ereignis in der Geschichte des neuen deutschen Dramas, als „ein deutlicher Einschnitt“ angesehen (Gerhard F. Hering). Zu einer weiteren Aufführung kam […]

30. Oktober 1956

Die Temeswarer Studentenbewegung und die Vision eines dritten Weges

Vor dem Hintergrund der Ungarischen Revolution entstand im Herbst 1956 unter den Studenten der westrumänischen Stadt Temes­war/Timișoara eine Reformbewegung mit dem Ziel der Erneuerung der rumänischen Gesellschaft. Etwa 3.000 Studen­ten beteiligten sich am 30./31. Oktober 1956 an Protestkundgebungen, in einer Denkschrift forderten sie u.a. den Abzug der sowjetischen Truppen, Arbeiterselbstverwaltung, Meinungs- und Pressefreiheit. Obwohl sie […]

1. Januar 1952

Die „Mutter der Vertriebenen“ in Königstein

Seit 1952 steht in Königstein im Taunus in der dortigen Kollegskirche eine Schutzmantelmadonna aus Lindenholz, zu der seitdem von den Vertriebenen gewallfahrt wird. Das 1,80 m hohe Gnadenbild wird als „Mutter der Vertriebenen“ verehrt und wurde unter diesem Stichwort auch in das sechsbändige „Marienlexikon“ des Regensburger Institutum Marianum auf­genommen. Die volkskundliche Wallfahrtsforschung hatte sich nach […]

1. September 1952

Die Lastenausgleichsgesetze treten in Kraft

Zum Lastenausgleich gehört eine Mehrzahl von Gesetzen, neben dem am 1.9.1952 in Kraft tretenden Lastenausgleichs­ge­setz (LAG) ins­be­sondere das Feststellungsgesetz, das Wäh­rungs­aus­gleichsgesetz (beide ebenfalls von 1952), das Alt­sparergesetz von 1953 und später das Beweissicherungs- und Feststellungsgesetz (für Schäden in der SBZ und DDR), das Flüchtlingshilfegesetz (in Wirklichkeit gerade für übersiedelnde Nichtflüchtlinge) und 1969 das wegen übersteigerter […]

1. Januar 1952

Die apostolische Konstitution „Exual Familia“

Bei den deutschen Vertriebenen bleibt Papst Pius XII. unvergessen. Als nach Kriegsende fast die ganze Welt von der Kollektivschuld der Deutschen ausging und deshalb die Vertreibung der Deutschen aus ihren angestammten Ostgebieten als gerechte, zumindest aber notwendige Kollektivstrafe ansah, erhob er immer wieder seine Stimme dagegen, so in seiner Weih­nachts­ansprache 1945: „Wer Sühne für Schuld […]

1. Januar 1950

Gründung der Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) E.V.

Was für die schlesischen Katholiken das „Heimatwerk“ ist, ist für die Evangelischen die „Gemeinschaft evangelischer Schlesier“ (GeS). Hinter ihrer Gründung am 22./23. März 1950 in Darmstadt stand das Ziel, die seit 1945 entstandenen, aber un­koordiniert wirksamen Kräfte der evangelisch-kirchlichen Flücht­lings- und Vertriebenenbetreuung zusammen zu fassen und zu bündeln. Im Wesentlichen handelte es sich um drei […]

1. Januar 1947

Die Gründung des St.-Hedwigs-Werkes

Es war ein denkwürdiger Tag, als zu Weihnachten 1947 in schicksalsschwerer Zeit unseres Volkes der damalige Erzbischof von Paderborn, Dr. Lorenz Jaeger, seine Unterschrift unter ein Dokument setzte, mit dem die Gründung des St.-Hedwigs-Werkes bestätigt wurde. Es wurde ins Leben gerufen, um all jenen, die unter großen Entbehrungen infolge der Kriegswirren aus dem deutschen Osten […]

1. Januar 1945

Das Schicksalsjahr der Karpatendeutschen

Im Jahre 2015 ist es den karpatendeutschen Organisationen endlich gelungen, einen Band mit den Zeitzeugenberichten aus den Schicksalsjahren 1944-1946 herauszugeben, in dem die schrecklichen Ereignisse in den einzelnen Phasen zusammengefasst werden. Zwar gibt es reichliche Veröffentlichungen in Büchern, Chroniken und den über 60 Ausgaben der Karpatenjahrbücher, doch im Gedenken an die Zeit vor 70 Jahren […]

1. Januar 1939

Die Umsiedlung der zerstreuten Ostdeutschen Volksgruppen in die neu gegründete Reichsgaue

Der Polenkrieg 1939 war in den Ostgebieten auch der Beginn einer massenhaften Bevölkerungsverschiebung, von Umsiedlungen, Vertreibungen und der Vernichtung ganzer ethnischer Grup­pen und Völker. Zunächst wurden die teilweise jahrhundertelang im Ostraum lebenden Auslandsdeutschen „heim ins Reich“ geholt und in den neu gegründeten Reichsgauen unter Vertreibung der dort ansässigen Polen angesiedelt. Die Überraschung war perfekt, die […]

10. November 1938

Die Reichsprogromnacht

Bereits am 20. März 1933 war bei Dachau das erste KZ errichtet worden und am 29. März wurde das 11-Punkte-Programm zum Boykott jüdischer Geschäfte erstellt. Im gleichen Jahr wurden die ersten „Arisierungen“ vorgenommen, etwa in der Leitung der Karstadt-Kaufhäuser; „nichtarische“ Beamte wurden zwangspensioniert und alle Arbeiter und Angestellten „nichtarischer Herkunft“ aus dem öffentlichen Dienst entlassen. […]

1. Januar 1934

Der Deutsch-Polnische Nichtangriffspakt

Die Unterzeichnung der deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar 1934, des „Deutsch-polnischen Nichtangriffspakts“, stell­­te zweifellos in der schwierigen Zwischenkriegszeit eine Wende in den deutsch-polnischen Beziehungen dar. Es war ein großer Schritt, den beide wirtschaftlich noch nicht stabilisierten Staaten unternahmen. Dieses Ereignis fand ein breites Echo in Europa. In der öffentlichen Meinung fand es sowohl Gegner, als […]

1. Januar 1932

Polens Schulreform und deren Auswirkungen auf das Deutsche Privatschulwesen

Der polnische Staat setzte sich ab 1920 aus Bevölkerung und Gebieten zusammen, die viele Jahrzehnte lang von den unterschiedlichen Gesetzen Deutschlands, Russlands und Österreichs sowie den dort praktizierten Gewohnheiten geprägt waren. Diese erbte die junge polnische Republik, dazu Millionen Menschen anderer Nationalität, Sprache und Religion, welche diese ihren Kindern in eigenen, unterschiedlich betriebenen Privatschulen vermittelten. […]

5. Mai 1930

Die Eröffnung der pädagogischen Akademie in Beuthen

Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers und der deutschen Fürsten drängte in der jungen freiheitlich-demokratischen Republik vieles nach Neuem, auch im Bereiche des Schul- und Bildungswesens. Dabei richtete sich der Blick auch auf die Volksschullehrer, deren Ausbildung und Erziehung in Präparandien und Lehrerseminaren erfolgte und nicht nur von manchen […]

14. Juni 1929

Das Preussenkonkordat

Der Abschluß des noch heute gültigen Konkordats mit Preußen als einem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem deutschen Gliedstaat Preußen war eingebettet in die Ära von Verträgen zwischen der Katholischen Kirche und europäischen wie außereuropäischen Staaten in den zwanziger und dreißiger Jahren, dessen spektakulärster Vertragsabschluß das Reichskonkordat mit Hitler-Deutschland von 1933, der […]

1. Januar 1923

Radikale Maßnahmen zur Polonisierung der Deutschen Minderheit in Polen

Der junge polnische Staat erließ 1923 existenzbedrohende Anordnungen gegen deutsche Organisationen, Kirchengemeinden und Schulen mit dem Ziel, sie zu polonisieren oder zu zerschlagen. Das wird an drei galiziendeutschen Beispielen aufgezeigt, die stellvertretend für die damaligen Nöte der Deutschen in Polen stehen. Nach dem Vorbild völkischer Schutzvereine in anderen österreichischen Kronländern gründeten galiziendeutsche Persönlichkeiten 1907 den […]

6. April 1922

Ostdeutsches Volksblatt – Sprachrohr der Galiziendeutschen Volksgruppe

Bei der Teilung Polens 1772 hatte Österreich Galizien erworben und dort in den 1780er Jahren – weit über das Land verstreut – deutsche Bauern in evangelischen und katholischen Dörfern sowie deutsche Handwerker in den Städten angesiedelt. Sie bildeten Mitte des 19. Jahrhunderts eine wirtschaftlich leistungsstarke deutsche Volksgruppe. Aber es gab außer zur deutsch geprägten evangelischen […]

20. März 1921

Volksabstimmung in Oberschlesien

Im Zuge des Ersten Weltkrieges arbeitete US-Präsident Woodrow Wilson in seinem berühmten 14-Punkte-Prograrnm einen Ansatz für eine neue Gesellschaftsordnung heraus, deren Hauptmotiv vom Selbstbestimmungsrecht der Völker gekennzeichnet war. Ein wesentlicher Punkt davon waren Volksabstimmungen. Diese Pläne scheiterten jedoch gleich bei den Verhandlungen zum Friedensabkommen von Versailles. Dort wurde u.a. eine Volksabstimmung in Oberschlesien beschlossen, bei […]

1. Mai 1919

Unterzeichnung Versailler Vertrag

Am 3. Oktober 1918 richtete die deutsche Regierung ein Ersuchen um Waffenstillstand an die Kriegsgegner. Das 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Wilson sollte dabei als Friedensbasis dienen. Am 9. November verkündete Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung Kaiser Wilhelms II., der einen Tag später ins niederländische Exil ging. Durch den Waffenstillstand im Wald von Compiègne […]

4. März 1919

Die Niederschlagung der Sudetendeutschen Unabhängigkeitsbewegung

Nach dem Ersten Weltkrieg zwangen die Siegermächte der Entente den besiegten Staaten Deutschland und Österreich-Un­garn Friedensdiktate auf, die den Stoff für neue Konflikte in sich trugen. Deutschland verlor durch den Friedensvertrag von Versailles seine Kolonien und einen großen Teil seines Staatsgebietes. Es wurde gezwungen, seine angebliche alleinige Kriegsschuld anzuerkennen und ihm wurden unerträgliche und maßlose […]

1. Januar 1916

Die Proklamation des Regentschaftskönigreichs Polen

Die Proklamation des Regentschaftskönigreichs Polen steht im engen Zusammenhang mit den deutschen Kriegszielen des Ersten Weltkriegs. Bei Kriegsbeginn herrschte noch die Auffassung vor, dass der Krieg einen reinen Verteidigungscharakter hatte. Doch die raschen militärischen Erfolge weckten Expansionsbegehrlichkeiten. Ziel wurde eine Hegemonialstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Festland. Die als Bedrohung empfundene Mittellage Deutschlands führte […]

7. September 1913

Der Neubau des Honterusgymnasiums in Kronstadt

Unter den Jubiläen, die im Jahre 2013 begangen wurden, durfte die Jahrhundertfeier des Neubaus des Honterusgymnasiums nicht fehlen, der am 7. September 1913 feierlich eingeweiht wur­de. Die vom großen Kronstädter Humanisten und Reformator Johannes Honterus um 1541 zur ältesten humanistischen Lehranstalt des Landes umgestaltete alte Stadtschule wirkte seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in dem […]

1. Januar 1908

Die Gründung des Germanistik-Lehrstuhls Jassy

Die Stadt Jassy (rumän. Iaşi) war bis 1859, als die Fürstentümer Moldau und Walachei zum nachmaligen Königreich Rumänien zusammen gelegt wurden, Hauptstadt der Moldau, zu der auch die heutige Bukowina und das östlich vom Pruth gelegene Bessarabien (heute zum Teil: Moldawien) gehörten. In zahlreichen moldauischen Städten lebten deutsche Minderheiten, auch in Jassy. Dennoch kann man […]

1. Januar 1908

Gerhart Hauptmanns „Griechischer Frühling“ erscheint

Gerhart Hauptmanns Reise nach Griechenland begann am 26. März 1907 und dauerte bis Ende Mai. Der Dichter trat sie in Triest an Bord des Dampfers Salzburg an, und ihn begleiteten seine Frau Margarete, die Söhne Benvenuto und Ivo, der „reizvolle Pastellzeichnungen“ anfertigte (s. Sprengel zu seiner Aus­gabe des Griechischen Frühlings, Propyläen 1996). Auch der mit […]

1. Januar 1907

Die Gründung des „Bundes der Christlichen Deutschen“ in Ganzen

Nach der ersten Teilung Polens und dem Anschluss Galiziens an Österreich rief Kaiserin Maria Theresia „Handelsleute, Künst­ler, Professionisten und Handwerker“ in die Städte des Landes. In diesem siedelten später die Kaiser Josef II. und Franz II. Bauern aus Südwestdeutschland an. Noch später führten polnische Großgrundbesitzer einige Privatkolonisationen mit Deutschen aus dem Böhmerwald durch. Von den […]

1. Januar 1906

Die Gründung des Lodzer Deutschen Gymnasiums

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte hat Polen mehrere Teilungen und Fremdherrschaften erfahren müssen. Nach der Schlußakte des Wiener Kongresses im Jahre 1815 wurde das Land zwischen den Großmächten Rußland, Preußen und Österreich aufgeteilt. Den größten Teil erhielt Rußland, als sogenanntes „Königreich Polen“, allgemein „Russisch Polen“ oder „Kongreßpolen“ genannt. Auf diesem Territorium befand sich auch die […]

1. Januar 1905

Der Stapellauf der Linienschiffe „Schlesien“ und „Pommern“

Sie trugen die Namen zweier bedeutender ostdeutscher Provinzen über die Weltmeere. Sie repräsentierten den damaligen technologischen Stand des Kriegsschiffbaus in Deutschland – und waren dennoch den Anforderungen des modernen Seekriegs wenige Jahre später kaum gewachsen. Doch obwohl sie schon bei ihrem Stapellauf im Grunde veraltet waren, sollte es zumindest eines der beiden Schwesterschiffe auf eine […]

6. Oktober 1904

Die Gründung der technischen Hochschule Danzig

Am 6. Oktober 1904 wurde die Technische Hochschule Danzig im Beisein und unter der Mitwirkung Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. In der kurzen Zeit ihres 40-jährigen Wirkens war sie von überragender Bedeutung für die Stadt Danzig, für die damalige Provinz Westpreußen und die anderen umliegenden ostdeutschen Provinzen, war sie doch zwischen Berlin, Breslau, Königsberg und […]

1. September 1904

Die erste Sächsische Lehrerinnen-Bildungsanstalt in Schässburg

Die Anstellung einer Frau, Charlotte Melas, als Lehrerin an der evangelisch-sächsischen Schule des Marktfleckens Reps im Jahre 1857 blieb fast ein Jahrhundert ein Einzelfall. Schulmeister und Lehrer waren bloß Männer. Der Ausbildung der Mädchen wurde eine zweitrangige Bedeutung gewährt, obwohl auch für sie 1722 die allgemeine Schulpflicht empfohlen worden war. Trotzdem hieß es am Ende […]

1. Januar 1903

Gründung der Königlichen Akademie in Posen

Gewiß könnte man rückblickend dem preußischen Kultusministerium den Vorwurf machen, es habe in seiner Hochschul­politik den Osten vernachlässigt. Denn alle Provinzen besaßen am Ende des 19. Jahrhunderts eine Universität, nur Westpreußen und Posen nicht – Westfalen in Münster zwar vorerst lediglich eine Akademie, aber seit 1902 auch eine Universität. Als Danzig im Jahre 1904 eine […]

1. April 1902

Zoppot erhält Stadtrechte

Als dem Badeort Zoppot bei Danzig die Stadtrechte verliehen wurden, konnte die damalige Landgemeinde und ihre Umgebung bereits auf eine 4000jährige Besiedlungsgeschichte zurückblicken, 600 Jahre davon waren schriftlich belegt. In einer Urkunde vom 5. März 1283 schenkte der letzte Pomoranenherzog, Mestwin II., Zoppot und 14 weitere Dörfer dem in der Nähe liegenden Kloster Oliva als […]

1. Januar 1888

Die evangelische Krankenpflegeanstalt in Hermannstadt

In Hermannstadt entstand bereits im Jubiläumsjahr 1883 – 400 Jahre nach der Geburt Martin Luthers – der Wunsch, nach deutschem Vorbild eine Diakonissenanstalt zu begründen. Am 1. Mai 1886 unterzeichneten führende Honoratioren der Stadt, unter ihnen der Kanzleichef der Landeskirche Karl Fritsch oder auch der spätere Landeskirchenkurator Carl Wolff, eine von Stadtphysikus Dr. Fr. Jikeli […]

1. Januar 1886

Die Königlich Preussische Ansiedlungskommission für Westpreussen und Posen

In den ausgehenden 1870er Jahren kam es zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung im Deutschen Reich, der zur Folge hatte, dass viele nachgeborene Bauernsöhne und Landarbeiter aus den zu Preußen gehörenden polnischen Gebieten in den Westen abwanderten. Die Regierung wurde zudem durch die Arbeit von Max Bär aufgeschreckt, der nachwies, dass die in den Posener Kämmereidörfern […]

1. Januar 1877

Im Baltikum wird die Ratsverfassung aufgehoben

Um 1180 begann der Mönch Meinhard aus dem Kloster Segeberg, die Liven am Unterlauf der Düna mit gewissem Erfolg zu missionieren. Dafür wurde er zum Bischof geweiht. Sein zweiter Nachfolger, Bischof Albert von Buxhoeveden (1199–1229), intensivierte die Mission, gründete die Stadt Riga (1201) und den Schwertbrüderorden (1202). Er organisierte das Kirchen- und Staatswesen in Alt-Livland […]

1. Januar 1867

Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich

Die im Februar 1867 ausgehandelten Verträge beendeten die kurze Existenz des Kaisertums Österreich, welches der römisch-deutsche Kaiser Franz II. während der napoleonischen Kriegswirren im Jahre 1804 als habsburgische Erbmonarchie gegründet hatte. Das Kaisertum wurde in die Österreichisch-Ungarische Monarchie umgewandelt, die als k.u.k. Doppelmonarchie bis 1918 fortbestand. Als formelle Gründung der k.u.k. Monarchie gilt die Krönung […]

1. April 1861

Die neue Kirchenverfassung der Evangelischen Kirche A.B. in Siebenbürgen

Nach der Niederlage im österreichisch-italienischen Krieg suchte die Wiener neoabsolutistische Regierung innenpolitischen Schwierigkeiten zu begegnen. Am 1. September 1859 wurde das Protestantenpatent (für die Königreiche Ungarn, Kroatien und Slovenien, in der Wojwodschaft Serbien mit dem Temescher Banat und in der Militärgrenze), tags darauf die entsprechende Ausführungsverordnung erlassen. Der Boykott dieser Regelungen durch Ungarns Protestanten, die […]

1. Januar 1851

Die Bundesversammlung in Frankfurt/ Main erklärt Ost- und Westpreussen als nicht zum Deutschen Bund gehörend

1851 wurden die preußischen Provinzen Westpreußen und Ostpreußen aus dem Deutschen Bund ausgegliedert. Nur knapp drei Jahre zuvor hatte die Bundesversammlung in Frankfurt am Main am 11. April 1848 überhaupt erst die Aufnahme dieser Provinzen in den Bund beschlossen, über dreißig Jahre nach dessen Gründung. Der durch die Unterzeichnung der Deutschen Bundesakte am 8. Juni […]

1. Januar 1838

Wiederbegründung der Provinzen West- und Ostpreussen

Die Verordnung über die verbesserte Einrichtung der Provinz­behörden vom 30. April 1815 (Text: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten, 1815, No. 9, S. 85 ff.) teilte in § 1 Abs. 1 das preußische Staatsgebiet in 10 Provinzen (mit 25 Regierungsbezirken) ein: West- und Ostpreußen (1824/29 – 1878 vereinigt zur Provinz Preußen), Posen, Pommern, Schlesien, Brandenburg, […]

1. Januar 1837

Der Beginn des Mischehenstreites

Der preußische Mischehenstreit ist genau genommen bereits Ausdruck des Nationalitätenkonfliktes zwischen Deutschen und Polen, denn er steht zeitlich im Zusammenhang mit der Ära Flottwell (1830-40), der in der heutigen Historiographie als Zeit der Unterdrückung polnischer Freiheit seitens der preußischen Regierung angesehen wird. Der Mischehenstreit war bereits alt, ehe er auch auf die Provinz Posen übersprang. […]

10. Dezember 1836

Die Einführung der Distriktsämter in Posen und Westpreussen

Der sich bereits im frühen 19. Jahrhundert bemerkbar machende deutsch-polnische Nationalitätenkonflikt weckte nach 1830 bei der preußischen Verwaltung den Wunsch nach einer Änderung der Verwaltungsstrukturen. Es war im Großherzogtum Posen üblich, dass Landräte vom örtlichen Adel gewählt wurden, was zur Folge hatte, dass viele polnische Adelige Landräte waren. Als im Jahr 1830 in Russisch-Polen der […]

1. Januar 1829

Anwendung der Schrothkur

Nur einigen wenigen aus dem sudetendeutschen Lebens- und Sprachraum wurde die Ehre zuteil, mit ihrem Namen in der sprachgeschichtlichen Entwicklung eine Rolle zu spielen und etwa in den Duden aufgenommen zuwerden. Ich denke zum Beispiel an einen „Porsche“, wo sich ein Familienname zu einem Appelativ gewandelt hat, oder die „Prießnitzkur“, wo sich der Familienname in […]

9. Juni 1815

Der Wiener Kongress und die Heilige Allianz

„Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts“. Dieses bekannte, dem französischen Außenminister Talleyrand zugeschriebene Diktum eines sich mehr auf das vergnügliche Rahmenprogramm als die eigentliche politischen Arbeit konzentrierenden Agierens der Vertreter der europäischen Mächte anlässlich ihrer Zusammenkunft zur Neugestaltung des Kontinentes nach dem Sturz Napoleons bestimmt weithin die Wahrnehmung des Wiener Kongresses, der vom […]

1. Januar 1815

Das Besitznahmepatent für das Grossherzogtum Posen

Preußen hat sein Staatsgebiet im ausgehenden 18. Jahrhundert weit nach Osten zu Lasten der Doppelmonarchie Polen-Litauen ausdehnen können. Durch die drei Teilungen des Königreichs Polen und Großfürstentums Litauen (1772, 1793, 1795) weitete Preußen sein Staatsgebiet bis hinter Warschau aus und erreichte damit mehr als eine Verdoppelung seines Staatsgebiets, das auch seine Zusammensetzung erheblich veränderte. Das […]

17. März 1813

Die Stiftung des eisernen Kreuzes und der Aufruf des Preussischen Königs „An Mein Volk“

Kaum eine Epoche hat die europäische politische Ordnung radikaler verändert als die der Napoleonischen Kriege. Das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) hat nach 1000 Jahren aufgehört zu existieren, Frankreich hat seine Hegemonie auf dem Kontinent ausgebaut und der junge preußische Staat schien in Trümmern zu liegen. Seit dem schmachtvollen Frieden von Tilsit im Jahre 1806, […]

3. August 1811

Gründung der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau

Nach verschiedenen frühen Anläufen auf lokaler Ebene (Liegnitz 1308; Schweidnitz 1409) kam die Errichtung einer Landesuniversität erst durch die Herrschaft der Habsburger über 1 Schlesien zustande, die sich durch die konfessionell-politischen Rahmenbedingungen vor Ort nur schwer entfalten konnte und von Anfang an mit dem Widerstand des mehrheitlich protestantisch Bürgertums in Breslau zu rechnen hatte: Die […]

1. Januar 1810

Das Preussische Gewerbesteueredikt und die Gewerbefreiheit

Die militärische Niederlage gegen Napoleon I. bei Jena und Auerstedt versetzte Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einen ruinösen, nahezu hoffnungslosen Zustand. Durch den Diktatfrieden von Tilsit 1807 hatte es die Hälfte seines Territoriums und seiner Bewohner verloren. Das restliche Staatsgebiet war mit Ausnahme von Ostpreußen, wohin sich König Friedrich Wilhelm III. geflüchtet hatte, […]

1. Januar 1810

Hardenberg wird Staatskanzler

In einer Aufzeichnung vom 19. Juli 1810 über den Tod der Königin Luise berichtet ihr Gatte, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, auch über ein letztes Gespräch der beiden. Dort heißt es: „Zugleich sank ich an ihrem Bette auf die Knie, ihre Hand küßend, und sprach zu ihr ohngefähr in folgenden Worten. Es ist nicht […]

9. Oktober 1807

„Oktoberedikt“ – Bauernbefreiung in Preussen

Das sogenannte Oktoberedikt, welches der preußische König Friedrich Wilhelm III. am 9. Oktober 1807 in Memel unterzeichnete, wird selten mit seiner vollständigen Bezeichnung genannt: „Edikt, den erleichterten Besitz und den freien Ge­brauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend“. Dies ist gewiss der Umständlichkeit des Titels geschuldet, die Verkürzung der Bezeichnung geht allerdings […]

14. Oktober 1806

Der Zusammenbruch Preussens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt

Nach dem Ausscheiden Preußens aus der anti-französischen Koalition im Frieden zu Basel vom 5. April 1795 verfolgte der Staat, verstärkt nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms III. 1797, eine strikte Neutralitätspolitik, die bestrebt war, die Hohenzollernmonarchie und das gesamte, nördlich der entlang des Mains verlaufenden Demarkationslinie gelegene Deutsch­land aus den Konflikten der europäischen Mächte weitgehend herauszuhalten. […]

1. Januar 1803

Gründung der Superintendentur für Galizen und die Bukowina in Lemberg

Österreich erwarb 1772 Galizien von Polen und 1775 die Bukowina (Buchenland) vom Osmanischen Reich. Letztere wurde 1786 Galizien angeschlossen und blieb mit diesem bis 1849 vereint. Danach wurde die Bukowina selbständiges Herzogtum und 1861 autonomes Kronland der Habsburgermonarchie. Es entsprach diesen Gegebenheiten, dass die gali­zi­sche Superintendentur in Wiener Hofdekreten anfangs „Superintendentur in beyden Galiziens“ genannt […]

1. Januar 1802

Die Universität Dorpat wird neu gegründet

Die geographische Lage sowie eine Geschichte voller Kriege brachten es mit sich, daß die ehrenwerte Universität von Dorpat/Tartu dreifach gegründet werden mußte: In den Jahren 1632, 1802 und 1919. Am 30. Juni 1632 unterzeichnete der schwedische König Gustav II. Adolf im Heerlager zu Nürnberg die Gründungsakte der „Academia Dorpatiensis“. Im Jahre 1802 ließ Zar Alexander […]

1. Januar 1802

Schlesien, Wiege der Rübenzuckerindustrie

Noch vor 200 Jahren war Zucker ein seltener und kostbarer Im­portartikel. Erst mit der großtechnischen Produktion aus inlän­dischen Runkelrüben konnte Zucker zu einem Grundnahrungsmittel werden. Wesentliche Impulse dieser Entwicklung gingen von Schlesien aus. Der Berliner Chemiker Andreas Sigismund Marggraf (1709–1782) entdeckte bereits 1747 den Zucker. Die technische Umsetzung ist jedoch erst ein halbes Jahrhundert später […]

13. Oktober 1781

Das Toleranzpatent Kaiser Josephs II.

Im 16. Jahrhundert nahm ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung die Reformation an, und Österreich wurde fast ein evangelisches Land. Dann folgte die Zeit der Gegenreformation, eine Epoche der harten Protestantenverfolgung. Erinnert sei an die Vertreibung von 26.000 Evangelischen durch den Erzbischof von Salzburg im Jahre 1731. Den Protestanten wurden alle Rechte entzogen, die Kirchen […]

13. Mai 1779

Frieden von Teschen

Mit dem Tod des Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern, Sohn Kaisers Karl VII., am 30. Dezember 1777 erlosch die bayerische oder kaiserliche Linie des Hauses Wittelsbach. Unter Berufung auf die 1426 durch Kaiser Sigismund erfolgte Belehnung des Herzogs Albrecht von Österreich machte Kaiser Joseph II. (1765–1790) Ansprüche auf Niederbayern geltend. Neben dem Kaiser trat […]

1. Januar 1777

Der Kreis Lauenberg-Bütow wird in die Provinz Pommern eingegliedert

Die Gebiete Lauenburg und Bütow im Nordosten Pommerns nahmen in dessen Geschichte über mehrere Jahrhunderte eine eigene Rolle ein. Da sie im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft des Deutschen Ritterordens gerieten, erhielten Lauenburg 1341 und Bütow 1346 als einzige pommersche Städte das im Ordensstaat vorherrschende Kulmer Stadtrecht. Heute noch kündet die Bütower Ordensburg von dieser […]

1. Januar 1765

Die Thronbesteigung Kaiser Josephs II.

Kaum ein römisch-deutscher Kaiser war so umstritten und löste lange Zeit solch heftige emotionale Polemiken aus wie Joseph II., der älteste Sohn Maria Theresias und Kaiser Franz’ I. Kurz nach seinem Tod am 20. Februar 1790 wurde seine Regierungszeit, und insbesondere seine Innenpolitik, als „Josephinismus“ bezeichnet. Seit 1832 wurde dieser Begriff enger gefasst und in […]

1. Januar 1765

Siebenbürgen wird Grossfürstentum

„Siebenbürgen“ heißt die vom Karpatenbogen umschlossene Hochebene in deutscher Sprache. Als die Ungarn dies Gebiet ab dem 11. Jahrhundert eroberten, nannten sie es von ihrem Land aus gesehen „Land jenseits des Waldes“ – damit waren die bewaldeten Westkarpaten gemeint –, lateinisch „Transsilvania“, auf ungarisch „Erdély“, von wo die Rumänen die Benennung „Ardeal“ ableiteten. Bis um […]

11. April 1764

Das Preussisch-Russische Bündnis vom 11. April 1764

Die Endphase des Siebenjährigen Krieges, insbesondere die wohl als letztlich kriegsentscheidend zu wertenden politischen Ereignisse des Jahres 1762, führten deutlich das große militärisch-politische Gewicht Russlands auf dem Kontinent vor Augen. Eingeleitet mit der innen- wie außenpolitischen Kehrtwendung Zar Peters des Großen nach Westen wuchs der Drang Russlands in die Mitte des Kontinents und damit in […]

10. Februar 1763

Der Friede von Hubertusburg

Nach nahezu sechsjährigem Ringen zeigten sich zu Beginn des Jahres 1762 sowohl bei der preußisch-britischen als auch der österreichisch-französisch-russischen Allianz unübersehbare Spuren allgemeiner Erschöpfung der Kräfte. Hatte bereits der Regierungswechsel des Jahres 1760 in Großbritannien von William Pitt hin zu Lord Bute insbesondere im Laufe des Jahres 1761 den Druck auf den Verbündeten Preußen, einem […]

1. Januar 1762

Gründung der ersten Bergakademie der Welt in Schmenitz

Bis zum 18. Jahrhundert gab es für die berufliche Ausbildung von Bergleuten und Hüttenmännern nur Bergschulen, die praktische, aber keine wissenschaftlichen Kenntnisse des Berufes vermittelten. Erste montanwissenschaftliche Bildungseinrichtung im Range einer Hochschule war die Bergakademie in Schemnitz im damaligen Königreich Ungarn, deren Gründung 1762 durch einen Beschluss der Wiener Zentralbehörden erfolgte. Sie ist also älter […]

29. Oktober 1762

Die Schlacht bei Freiberg

Durch den zweifachen Thronwechsel in Russland, den Regierungsantritt Peters III. am 5. Januar 1762 nach dem Tode der Zarin Elisabeth, einer erbitterten Gegnerin Preußens im allgemeinen und Friedrichs des Großen im besonderen, und den Katharinas II. am 17. Juli des gleichen Jahres nach der zumindest mit Duldung der Nachfolgerin geschehenen Ermordung ihres Gatten und dem […]

12. August 1759

Die Schlacht von Kunersdorf

Eine der gefährlichsten Niederlagen im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) erlitt Friedrich der Große am 12. August 1759 in der Schlacht bei Kunersdorf; von 49000 Mann preußischer Truppen verblieben nur noch etwa 10000 Mann in geschlossenen Einheiten. Der König selbst war tief verzweifelt und glaubte schon an das Ende seines Staates. Es geschah ein „Mirakel des Hauses […]

17. Juni 1757

Die Schlacht bei Leuthen

Das Renversement des Alliances des Jahres 1756 sah sich Preußen, verbündet mit einigen deutschen Mittelmächten und Großbritannien, einer großen Koalition aus Österreich, Frankreich und Rußland gegenüber. Der Entschluss Friedrichs des Großen, durch einen raschen Vorstoß nach Sachsen nicht nur dieses kriegsökonomisch wichtige Territorium als Faustpfand in die Hand zu bekommen, sondern das Bündnis der Gegner […]

16. Januar 1756

Die Westminister-Konvention und der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges

Der Friede zu Aachen vom 18. Oktober 1748, der den seit 1740 tobenden Österreichischen Erbfolgekrieg nach wechselvollem Ringen beendete, führte, zumindest in der Wahrnehmung der Zeitgenossen, keines der ihn auslösenden Probleme einer wirklich auf Dauer tragfähigen Lösung zu und wurde in den Kabinetten der europäischen Mächte mehr oder weniger als eine Art Waffenstillstand angesehen. Zwar […]

9. September 1753

Gründung der Waisenhauskirche in Züllichau

Am 9. September 1753 wurde in der ostbrandenburgischen Stadt Züllichau ein evangelisches Kirchlein eingeweiht, dessen Geschichte des Erinnerns wert ist. Denn es war kein Gotteshaus, wie es allenthalben in Dörfern und Städten zu finden ist, sondern es war speziell für Waisen und ihre Betreuer errichtet worden. Daß ein Waisenhaus über eine eigene Kirche verfügte, war […]

21. Juni 1718

Der Friede von Passarowitz

Am 21. Juli 1718 schlossen Venedig und Kaiser Karl VI. in Passarowitz (Požarevac) in Serbien Frieden mit dem osmanischen Sultan Ahmed III. Der Krieg, den Venedig und das Haus Habsburg gegen die Türken führten, ist untrennbar mit dem Prinzen Eugen von Savoyen verbunden, mit seinem Sieg am 5. August 1716 bei Peterwardein (Petrovaradin) und der Eroberung von […]

19. April 1713

Pragmatische Sanktionen: Kaiser Karl VI. legt die Unteilbarkeit und Untrennbarkeit aller Habsburgischen Erbreiche und Länder fest

Das 18. Jahrhundert war eine Zeit der Erbfolgekriege. Es begann mit dem Spanischen Erbfolgekrieg, als nach dem Tode des spanischen Königs Karl II. die spanische Linie der Habsburger ausstarb und sich Österreich und Frankreich erbittert um das Erbe bekämpften, wobei Österreich von England, Holland und dem Heiligen Römischen Reich mit Ausnahme Bayerns und Kurkölns unterstützt […]

1. Januar 1708

Gründung der Liegnitzer Ritterakademie

Die Errichtung der Liegnitzer Ritterakademie wurde durch drei Voraussetzungen begünstigt: Die Johannesstiftung des Piasten- Herzogs Georg Rudolph (1595-1653) mit samt seiner nach ihm benannten Bibliotheca Rudolphina, den schon seit dem 17. Jahrhundert im habsburgischen Österreich etablierten gleichnamigen Einrichtungen und den Verhandlungen über Schlesien von 1707 bis 1709 in der Altranstädter Konvention, deren politische Grundzüge am […]

1. September 1707

Die Altranstädter Konvention – Religionsfreiheit für Schlesien

Die Unterzeichnung der Altranstädter Konvention am 1. September 1707 und ihr feierlicher Abschluss mit dem Bres­lauer Exe­kutionsrezess vom 8. Februar 1709 stellen für die konfessionelle Entwicklung in Schlesien eine wichtige Etappe dar. Es wäre jedoch falsch zu glauben, dass diese Ereignisse bloß eine regionale konfessionshistorische Bedeutung gehabt hätten. Ganz im Gegenteil kann ihre Entstehung nur […]

27. Mai 1703

Gründung der Stadt St. Petersbug

Untrennbar sind die Anfänge der Stadt St. Petersburg mit der Person von Zar Peter I., bekannt als Zar Peter der Große (1682-1725), verbunden. Noch während des „Großen Nordischen Krieges“ gegen König Karl II. von Schweden entschloß sich Peter I., an der Mündung der Newa in den eisfreien Finnischen Meerbusen und damit an einem für die […]

1. Januar 1702

Die Breslauer Jesuitenuniversität wird gegründet

Die Jesuitenuniversität in Breslau, nach ihrem Stifter Kaiser Leopold I. auch „Leopoldina“ genannt, ist die erste Universität Schlesiens und Vorgängerin der späteren Friedrich-Wilhelms-Universität gewesen. Schlesien ist aufgrund der besonderen politischen und kon­fessionellen Verhältnisse des Landes erst spät zu einer Hochschule gelangt. Verschiedene frühere, seit 1505 unternommene Versuche zur Gründung waren allesamt gescheitert. Erst der von […]

18. Januar 1701

Kurfürst Friedrich III. krönt sich in Königsberg zum König in Preussen

Der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich III. (er lebte 1657–1713 und war seit 1688 Kurfürst von Brandenburg), richtete alle seine Anstrengungen darauf, den Königstitel und die Königskrone zu erwerben. Immerhin trug der sächsische Kurfürst August der Starke seit 1697 die polnische Krone, und der Kurfürst von Hannover, der die Kurfürstenwürde erst seit 1692 besaß, hatte Aussicht […]

1. Januar 1701

Karl XII. von Schweden erobert Kurland

Weit mehr als der Westfälische Friede 1648, ansonsten das zentrale Datum in der Geschichte des frühneuzeitlichen Europas, bedeutete der Friede zu Oliva 1660 für den Gang der Ereignisse im Norden des Kontinentes eine entscheidendere Zäsur. Bis dahin galt Schweden als unumstrittene Hegemonialmacht im Ostseeraum, um den es einen Kranz von eigenen territorialen Besitzungen und Einflußsphären […]

30. April 1676

Der große Stadtbrand von Schässburg

Die Stadt Schäßburg in Siebenbürgen, am Mittellauf der Großen Kokel gelegen, wird urkundlich zuerst im Jahre 1298 als „Schespurch“ erwähnt. Ihre günstige Lage an der Handels­straße aus dem Kokeltal ins Alttal bedingte ihre Entwicklung als Handwerkerstadt und Vorort des „Schäßburger Stuhles“. Schon im 14. Jahrhundert war sie die zweitgrößte Stadt auf dem Gebiet der „Sieben […]

1. Januar 1656

Die Kapitulation der Stadt Dorpat und deren Einnahme durch Russen

Nachdem die Schweden unter König Karl X. Gustav seit 1655 in Polen und Litauen erfolgreiche Feldzüge unternahmen, griff auch Rußland 1656 in den Ersten Nordischen Krieg ein. Die Stadt Dorpat besaß als wichtiger militärischer Stützpunkt große strategische Bedeutung, bildete sie doch – sozusagen vorgescho­ben mitten im Land – eine Basis für Truppenbewegungen in den Norden […]

27. Mai 1613

Die Einigung der Sachsen

Durch die Besetzung Hermannstadts im Dezember 1610 hatte der tyrannische Fürst Gabriel Báthori (1608-1613) das Haupt der Sächsischen Nationsuniversität ausgeschaltet, in den folgenden Jahren bildete Kronstadt die Seele des Widerstands gegen Báthori, auch nach der unglücklichen Schlacht von Marienburg (16. Oktober 1612). Bevor die Kronstädter dem Fürsten Gabriel Báthori darin dennoch huldigten (4. Juni 1613), […]

1. Januar 1568

Der Landtag in Thorenburg und das Religionsgespräch in Weissenburg/ Siebenbürgen

Die Ideen der deutschen Reformation verbreiteten sich durch den Buchdruck rasend schnell. Mithilfe importierter Druckwerke wurden sie durch siebenbürgisch-sächsische Kaufleute um 1520 auch in Hermannstadt (rum. Sibiu) bekannt. Nicht nur im humanistisch gesinnten Bürgertum und in der Bevölkerung dieser Stadt fanden die anfänglich von Wittenberg ausstrahlenden, vielerorts nachgedruckten Schriften zur Kirchenreform Resonanz. Auch in den […]

1. Januar 1601

Johannes Kepler wird kaiserlicher Hofastronom in Prag

Keplers Name knüpft sich vor allem an die drei „Keplerschen Gesetze“, nach denen sich erstens: die Planeten in elliptischen Bahnen um die in einem Brennpunkt der Ellipse stehende Sonne bewegen, zweitens: die Verbindungs­gerade von der Sonne zu einem Planeten in gleichen Zeiten gleiche Flächen überstreicht, und drittens: die Quadrate der Umlaufszeiten der Planeten sich wie […]

1. Januar 1567

Geistliche Lieder und Psalmen von Johann Leisentritt aus Ölmütz

Die mährische Bischofsstadt Olmütz (Olomouc) hat eine Reihe bedeutender Kirchenmänner hervorgebracht und manche Bischöfe, Fürstbischöfe und Kardinäle des Bistums Olmütz spielten in der Kirchengeschichte eine wichtige Rolle. Gebürtige Olmützer haben der Kirche auch außerhalb des Bistums erfolgreich gedient wie Johann Leisentritt, der 1527 in Olmütz geboren wurde und am 24. November 1586 in Bautzen starb. 1567 […]

1. Januar 1561

Das Ende der Selbständigkeit Livlands

Mit dem Namen Livland wurde im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit das Gebiet des heutigen Estland und Lettland bezeichnet. Dies erklärt sich damit, dass die Deutschen dort am frühesten mit den Liven, die am Unterlauf der Düna siedelten, in näheren Kontakt gekommen waren. Deutsche Kaufleute und Missionare waren seit dem späten 12. Jahrhundert in […]

1. Januar 1559

Das Katharinentor in Kronstadt

Eines der bekanntesten Wahrzeichen von Kronstadt in Siebenbürgen, das Katharinentor, ist im Jahre 2009 gerade 450 Jahre alt geworden, denn die Inschrift an seiner westlichen Außenseite zeigt die Jahreszahl 1559. Seinen Namen hat das Kathari­nentor von der urkundlich zuerst im Jahre 1388 erwähnten Katharinenkapelle, die bis zum Jahre 1559 südwestlich der heutigen Schwarzen Kirche stand […]

13. Juni 1558

Gründung des akademischen Gymnasiums Danzig

Die Gründung des Akademischen Gymnasiums in Danzig im Jahre 1558 ist eine Folge der Reformation. Die Geschichte der Schule lässt sich in vier wesentliche Phasen gliedern, deren letzte in die heutige Zeit hineinreicht. Mit der Ausbreitung der Reformation wurde in Deutschland eine Reihe von Gymnasien gegründet, die alle den Bedürfnissen dieser umwälzenden Glaubensbewegung nach einer […]

22. Januar 1558

Beginn des Livländischen Krieges

Das alte Livland, um das es im vorliegenden Beitrag geht, war territorial mit dem heutigen Estland und Lettland identisch. Im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit drängten sich auf diesem Raum fünf geistliche Staaten, und zwar das Herrschaftsgebiet des Deutschen Ordens, das Erzbistum Riga sowie die Bistümer Dorpat, Ösel-Wiek und Kurland. Die Bevölkerung bestand […]

1. Januar 1456

Die Schlacht von Belgrad

Kaum jemand weiß heute, daß das Mittagsläuten 1456 als Dank nach einem Sieg über die Türken bei Belgrad auf Empfehlung des Papstes Calixtus III. eingeführt wurde. Das christliche Europa sah sich damals vor der islamischen Welt, vor allem von den osmanischen Türken, bedroht. Sie hatten in der zweiten Hälfte des 14. und in der ersten […]

1. Januar 1555

Der Augsburger Religionsfrieden

Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es große Kontroversen darüber, wie die Reaktion der katholischen Kirche auf die gesellschaftlichen Vorgänge zwischen 1555 und 1648, einer Periode, die wir heute als „konfessionelles Zeitalter“ bezeichnen, am besten benannt werden sollte. War der Begriff „Gegenreformationen“ schon früh bekannt, so prägte Leopold von Ranke die Singularform „Gegenreformation“, die erst […]

1. Januar 1552

Die Revaler Olai-Bibliothek wird gegründet

Als im Zuge der Reformation in Reval 1525 das Dominikanerkloster aufgelöst wurde, verlor auch die bis dahin bedeutendste Bibliothek Revals ihre Heimstatt. Die von den Mönchen bei verschiedenen Bürgern versteckten Bücher wurden vom Rat aufgespürt und vermutlich wieder zusammengeführt – an welchem Ort, ist unbekannt. Bald darauf müssen jedoch an den beiden Hauptkirchen Revals, St. […]

29. August 1526

Die Schlacht von Mohács

Wenn ein Ungar große Verluste beklagt, tröstet man ihn damit, daß bei Mohács noch mehr verloren gegangen sei. Die Kata­strophe von 1526 hat sich somit in sprichwörtlicher Überlieferung bis in unsere Zeit erhalten. Ob die Zeitgenossen das auch so gesehen haben, ist nicht überliefert. Zumindest die führenden Kreise haben aus der fürchterlichen Niederlage nicht die […]

1. Januar 1514

Die große Bauernerhebung unter György Dózsa

Die umwälzenden Geschehnisse, die sich vor 500 Jahren im Frühjahr/Sommer 1514 im damaligen ungarischen Herrschafts­bereich ereigneten, waren wegen ihrer Tragweite von gesamteuropäischer Bedeutung. Die zunehmenden sozialen Spannungen an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit entluden sich in einer gewaltigen Explosion, die die Grundfeste der Gesellschaft erschütterte. In seinen Zielen ging der Aufstand weit über das […]

25. April 1506

Die Gründung der „Viadrina“ in Frankfurt/Oder

Leider bedarf es beim Namen Viadrina immer noch einer geografischen Nachhilfe: gemeint ist die in Frankfurt „an der Oder gelegene“ (lateinisch: viadrina), an der Grenze zu Polen befindliche heutige Europa-Universität. In Wirklichkeit feiert die Hochschule einen doppelten Geburtstag: 1506 wurde sie gegründet (und 1811 in das damalige preußische Breslau verlegt); ihre Wiedergründung in Frankfurt (Oder) […]

1. Januar 1457

Die Verlegung des Hochmeistersitzes von der Marienburg nach Königsberg

Wenn deutsche und polnische Historiker über Schlüsselereignisse der gemeinsamen Beziehungsgeschichte nachdenken, spielt ohne Zweifel der Deutsche Ordensstaat in Ostpreußen eine Rolle; allerdings sind Sichtweisen und Deutungen seit eh unterschiedlich und auch konträr, und das wird mit Sicherheit in der Zukunft so bleiben. Nationale Geschichtsbilder werden in einem zusammenwachsenden Europa nicht verschwinden, das müssen Befürworter eines […]

15. Mai 1457

Königliches Hauptprivileg für Danzig

Am 15. Mai 1457 verlieh der polnische König Kasimir IV. der Stadt Danzig jenes Privileg, das in einzigartiger Weise die Grundlage ihrer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ent­wicklung bilden sollte. Diese umfassenden Vorrechte machten sie für fast dreieinhalb Jahrhunderte zu einer „Freien Stadt“ mit weitgehender innen- und auch außenpolitischen Selbständigkeit, zu einem der größten Handelsplätze Europas […]

1. Januar 1454

Brandenburg erwirbt die Neumark

Grenzverschiebungen deutscher Länder untereinander und mit ausländischen Nachbarn waren im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte häufig. Ursachen, Abläufe und Folgen bilden mitunter ein schwierig zu entwirrendes Knäuel. Oft führten Kriege zu Eroberungen. Aber es konnte auch friedlich zugehen, z.B. durch Hochzeiten zwischen Fürstenhäusern, durch Vererbungen oder auch durch Verpfändung und Kauf. Die Neumark, die Landschaft östlich […]

1. Januar 1427

König Sigismund von Luxemburg weilt in Kronstadt

Sigismund von Luxemburg (1361–1437) ist in seiner langen Regierungszeit sehr viel gereist. Wenn seine nordwestlichsten Aufenthalte in England bezeugt sind, so gehört Kronstadt im Burzenland im südöstlichen Siebenbürgen zu den südöstlich­sten Aufenthalten. Kronstadt war damals die größte Stadt zwischen Wien und Konstantinopel und lag gewissermaßen an den Grenzen des katholischen Abendlandes. Es war ein bedeutender […]

1. Januar 1412

Verpfändung von 13 Zipser Städten an Polen

Um seinen Krieg gegen die Republik Venedig zu finanzieren und dafür Kredit aufzunehmen, verpfändete 1412 der König von Ungarn Sigismund von Luxemburg 13 Städte der Zips für 87.000 böhmische Groschen an den polnischen König Wladislaw II. Jagiello. Das Gebiet der Zips in der heutigen Slowakei gehörte damals als Oberungarn zum Reich der Stephanskrone wie das Königreich Kroatien, […]

1. Februar 1411

Der erste Thorner Friede

Dieser Friedensschluss von 1411 besiegelte eine Entwicklung, die sich seit einigen Jahrzehnten für die Situation des Ordenslandes Preußen, und damit auch für den gesamten Deutschen Orden, abgezeichnet hatte, nämlich eine diesen bedrohende Koalition zwischen dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen. Der militärische Zusammenstoß der ungleich großen (Söldner-)Heere endete am 15. Juli 1410 beim Dorf […]

14. Juni 1410

Die Schlacht von Tannenberg

Auf den Feldern von Grünfelde, Tannenberg und Ludwigsdorf in der Komturei Osterode im Deutschordensland Preußen fand am 15. Juli des Jahres 1410 ein Entscheidungskampf zwischen dem Deutschen Orden und Polen-Litauen statt. Nach blutigem Ringen unterlag das Ordensheer in einer der größten Schlachten des Mittelalters. Die Vormachtstellung des Ordens im östlichen Mitteleuropa war gebrochen, die deutsche […]

1. Januar 1377

Der Bau der Törzburg

An der alten Handelsstraße, die aus dem Südwesten des Burzenlandes zwischen dem Königstein und dem Butschetsch in die Walachei führte, erhebt sich auf einem ins Tal des Turcul-Baches vorspringenden Felsen die Törzburg (rumänisch Bran, ungarisch Törcsvár), die heute eines der bekanntesten Museen Rumäniens für mittelalterliche Geschichte beherbergt. Die Straße durch den Törzburger Paß war im […]

1. Januar 1357

Die Grundsteinlegung der Karlsbrücke in Prag

Dem romanischen Kern der Stadt Prag lag noch ein spärlich bebautes Straßennetz zugrunde. Erst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, als die Altstadt ihre Stadtmauern erhielt und eine rege Bautätigkeit einsetzte, zeichnete sich ein Stadtbild ab. Während der gotischen Epoche, bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, kamen weitere Stadtgemeinden hinzu. Jede der Kulturepochen hat […]

31. Oktober 1353

Stadtrechte in Allenstein

Am 31. Oktober 1353 erhielt Allenstein durch das ermländische Domkapitel eine Handfeste nach kulmischem Recht verliehen. Diese in Frauenburg ausgestellte Urkunde gab den Anlaß für die 2003 erfolgten Feierlichkeiten zum 650. Jubiläum der Stadtgründung. Wäre man jedoch dem Brauch gefolgt, dem Jubiläum die erste urkundliche Erwähnung zugrundezulegen, so hätten die Feiern schon fünf Jahre früher […]

6. Januar 1352

Winrich von Kniprode wird zum Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt

Am Epiphaniasfest des Jahres 1352 war der Deutsche Orden genötigt, ein Wahlkapitel durchzuführen, um sich ein neues Oberhaupt zu geben, da der bisherige Hochmeister Heinrich Dusemer im Herbst des vorangegangenen Jahres vermutlich aus Gesundheitsgründen seinen Rücktritt entweder erklärt oder wenigstens angekündigt hatte. Heinrich Dusemers Laufbahn hatte eigentlich im Amt des Obersten Marschalls (1335–1339) bereits ihren […]

1. Januar 1309

Erwerb Pommerellens durch den Deutschen Orden

Pommerellen bildete ein christliches Herzogtum westlich der Weichselmündung. Das rechtlich in der Wissenschaft um­strit­tene Verhältnis zum polnischen Gesamtterritorial­ver­bund war de facto unter dem Haus der Samboriden seit 1227 aufgegeben. Herzog Mestwin II. (1266-1294) unterstützte den Aufstand der Prußen gegen den Deutschen Orden, der östlich der Weichsel ein erstarkendes Territorium aufbaute. Gleichzeitig gab es eine Erbauseinandersetzung […]

1. Januar 1211

König Andreas II. von Ungarn beruft den Deutschen Orden nach Siebenbürgen (Burzenland)

Während der Entwicklungs- und Aufstiegsphase des Deutschen Ordens zum Schutz und zur Ausbreitung der Christenheit waren dessen Aufgabenfelder auch in Europa noch nicht abgesteckt, fehlte doch noch der Aufweis seiner Leistungsfähigkeit, welchen die älteren Ritterorden der Templer und der Johanniter sowohl im HI. Land als auch, z. B. in Ungarn, erbracht hatten. Die weitreichenden und […]

1. Januar 1201

Bischof Albert von Buxhoeveden gründet die Stadt Riga

Mit einer Fülle von kulturellen Veranstaltungen und internationalen Begegnungen feierte die lettische Hauptstadt Riga im Jahre 2001 das 800jährige Jubiläum der Stadtgründung. Eine Ge­denkstunde war auch dem Stadtgründer gewidmet, dem 1199 in Bremen zum Bischof von Livland geweihten Bremer Dom­herren Albert von Buxhoeveden, in mittelalterlichen Quellen Albert de Bekeshovede genannt. Eine Statue von Bischof Albert […]

11. Juni 1157

Die Begründung der Mark Brandenburg

Die Stadt Brandenburg an der Havel hat der umliegenden Region ihren Namen gegeben. Wir sprechen von der Mark Brandenburg oder dem Kurfürstentum Brandenburg, von der Provinz Brandenburg oder dem Land Brandenburg. Diese unterschiedlichen Bezeichnungen für ein Territorium spiegeln dessen 850 Jahre deutscher Geschichte wider. Seit 1990 ist als ein Ergebnis der Wiedervereinigung das Land Brandenburg […]

König Bolesław I. Chrobry, hier Darstellung auf dem bronzenen Torflügel des Doms zu Gnesen
30. Januar 1018

Der Frieden von Bautzen

Der „Frieden von Bautzen“, geschlossen am 30. Januar 1018, ist als historisches Ereignis heute kaum noch im Bewusstsein der Menschen in dieser Stadt an der Spree, etwa 40 km westlich von Görlitz. Bautzen (bis 1868 offizieller Name: Budissin) gilt heute als Hauptstadt und geistig-kulturelles Zentrum der slawisch-sprachigen Sorben in den Bundesländern Freistaat Sachsen und Brandenburg. […]

23. September 1898

Eröffnung des Stettiner Freihafens und die Enthüllung des Manzel-Brunnens

Zweifellos zählte der 23. September 1898 zu den bedeutenden Daten in der Stadtgeschichte der pommerschen Landeshauptstadt, als Kaiser Wilhelm II. in Anwesenheit von viel Prominenz die neuen Stettiner Hafenanlagen einweihte, mit deren Bau man mehr als vier Jahre zuvor begonnen hatte. Mit der feierlichen Eröffnung war der Wunsch verbunden, den Hafenplatz Stettin gegenüber anderen Ostseehäfen […]

5. April 1897

Sprachenverordnung für Böhmen und Mähren

Im Nationalitätenkonflikt in Böhmen versuchte er die stimmenstarken Jungtschechen aus der Opposition zu holen, indem er 1897 eine Sprachenverordnung für Böhmen und Mähren erließ. Demnach sollte die völlige Zweisprachigkeit der Verwaltung nach innen und außen eingeführt werden. Die Beamten sollten nun den Nachweis der Beherrschung beider Landessprachen erbringen. Dies hätte die Tschechen bevorzugt, da unter […]

31. März 1895

Der Weichseldurchstich bei Schiewenhorst

Als in der Nacht zum 1. Februar 1840 die Danziger Weichsel, der westliche Mündungsarm der Stromweichsel, infolge einer Eisstopfung den Dünengürtel der Binnennehrung beim Dorf Neufähr durchbrach und sich eine neue Mündung in die Ostsee schuf (siehe OGT 1990, S. 283-285), war nicht nur eine akute Gefahr für die gesamte Niederung, sondern auch für die […]

3. April 1848

Von priviligierter Nation zur nationalen Minderheit: Die Siebenbürger Sachsen in der Revolution von 1848/49

In der Historiographie der Siebenbürger Sachsen wird gewöhnlich die im Jahre 1876 erfolgte Auflösung ihres Selbstverwaltungsgebietes, des sogenannten Königsbodens, als die einschneidendste Zäsur in ihrer Geschichte seit der Einwanderung eingeschätzt. In Wirklichkeit handelt es sich dabei bloß um den Schlusspunkt einer Entwicklung, die bereits unter Kaiser Joseph II. 1781 durch die Einführung der sogenannten Konzivilität […]

Zeitstrahl

Historische Karten

© mr-kartographie, Gotha 2019, Erstveröffentlichung: Informationen zur politischen Bildung Nr. 340/2019 „(Spät-)Aussiedler in der Migrationsgesellschaft“, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 2019

 

© mr-kartographie, Gotha 2019, Erstveröffentlichung: Informationen zur politischen Bildung Nr.
340/2019 „(Spät-)Aussiedler in der Migrationsgesellschaft“, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 2019

 

© mr-kartographie, Gotha 2019, Erstveröffentlichung: Informationen zur politischen Bildung Nr.
340/2019 „(Spät-)Aussiedler in der Migrationsgesellschaft“, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 2019
© mr-kartographie, Gotha 2019, Erstveröffentlichung: Informationen zur politischen Bildung Nr.
340/2019 „(Spät-)Aussiedler in der Migrationsgesellschaft“, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 2019

 

© mr-kartographie, Gotha 2019, Erstveröffentlichung: Informationen zur politischen Bildung Nr.
340/2019 „(Spät-)Aussiedler in der Migrationsgesellschaft“, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 2019