Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Herr Matthias Lempart ist bei der Kulturstiftung für den Bereich grenzüberschreitende Zusammenarbeit zuständig. Zu seinen Aufgaben zählen die grenzüberschreitende Vernetzung von wiss. Forschungseinrichtungen, die sich mit dem kulturellen Erbe der Deutschen im Osten Europas beschäftigen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der deutschen Minderheiten und darüber hinaus.

Kontakt:
Matthias Lempart
Tel: 030 / 863355-11
E-Mail: matthias.lempart@kulturstiftung.org

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ©Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Nach dem politischen Umbruch in Mittel- und Osteuropa in den 90er Jahren konnten sich die dort lebenden  deutschen Minderheiten wieder frei entfalten und eine lebendige Kultur- und Wissenschaftsszene herausbilden. Die  Kulturstiftung der  deutschen Vertriebenen tritt nachhaltig für einen vertieften Dialog und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit  mit den deutschen Minderheiten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa  sowie den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ein, verfolgen Heimatvertriebene und Heimatverbliebene doch gleichermaßen einen partizipativen Ansatz in ihrer Kulturarbeit und haben gemeinsame Ziele und Anliegen.

Darüber hinaus ist im östlichen Europa ein stetiges Wachstum der wissenschaftlichen Forschung zum deutschen Kulturerbe im östlichen Europa an Universitäten und Instituten festzustellen, die heute in vielen Bereichen der bundesrepublikanischen Forschung voraus sind. Umso wichtiger ist es, die wissenschaftliche Forschung nach §96 BVFG mit universitären und außeruniversitären wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und mit Einrichtungen der deutschen Minderheiten im östlichen Europa zu vernetzen und eine lebendige Plattform des gegenseitigen Austausches zu etablieren. Die Kulturstiftung nimmt den Auftrag einer „kulturpolitischen“, als auch „verständigungspolitischen“ Rolle wahr und arbeitet dabei vertieft mit der Koordinierungsstelle der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN (AGDM) zusammen.

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen kann zudem auf eine lange konstruktive Tradition der wissenschaftlichen Kooperationen mit den Nachbarn im östlichen Europa zurückblicken. So hat die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Anfang an Schritte hin zu den Nachbarn in Mittel- und Osteuropa unternommen. Die Einbindung polnischer, tschechischer, ungarischer, rumänischer und zahlreicher Wissenschaftler aus der Sowjetunion und später ihrer Nachfolgestaaten war dabei niemals verständigungspolitisches Alibi. Stets wurden die Standpunkte und Erkenntnisse der Wissenschaftler aus dem östlichen Europa aus den Bereichen Rechts-, Geschichts-, Literatur- und Kunstwissenschaft, ernsthaft mit bedacht. Oftmals bot sich den Wissenschaftlern auf Tagungen der Kulturstiftung überhaupt die erste Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Arbeiten einem interessierten Publikum zu präsentieren. Auf diese Weise wirkte die Kulturstiftung früher als andere und nachhaltig für den Brückenbau zwischen Vertriebenen und deren Heimatgebieten und -staaten im östlichen Teil Europas.

Wissenschaft lebt ganz wesentlich vom Gedankenaustausch. Interdisziplinäre grenzüberschreitende Forschungskolloquien und Symposien bieten ein Forum, über die jeweilige Thematik hinaus, weiterführende grenzüberschreitende Diskussionen zur gegenseitigen Vernetzung und damit auch zur „Verständigung“ zu befördern. Die Forschungskolloquien und Symposien der Kulturstiftung vermitteln Impulse zur Entwicklung vielfältiger – auch fächerübergreifender – Projekte und befördern eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Kultur- und Wissenschaftsszene der deutschen Minderheiten und mit wissenschaftlichen Einrichtungen im östlichen Europa.