PM: Kulturstiftung unterstützt „Johnny“ Klein-Preis für die deutsch-tschechische Verständigung 2021

Als Journalist, Politiker und Diplomat, berichtete, gestaltete und repräsentierte Hans „Johnny“ Klein die damals noch junge Bundesrepublik Deutschland. Er gehörte zu den wenigen Quereinsteigern die den großen Sprung in die Politik geschafft haben. Dies ist durchaus bemerkenswert, denn die Jugend von Hans „Johnny“ Klein war alles andere als einfach. Geboren wurde er 1931 in Mährisch Schönberg/Šumperk, in der Zeit des aufsteigenden Faschismus in Deutschland. 1946 wurden er und seine Familie aus dem Sudetenland vertrieben und kamen schließlich nach Heidenheim an der Benz. Dort startete sein Werdegang zunächst als Journalist bevor er in den Diplomatischen Dienst wechselte um später seine Bestimmung als Bundespolitiker zu finden.

In der Außenpolitik setze sich Hans „Johnny“ Klein für die europäische Einigung ein sowie für eine Friedenssicherung durch eine gleichwertige Abrüstung zur Zeit des Kalten Krieges. Ein Höhepunkt seiner politischen Karriere war dabei die Beteiligung an den Gesprächen im Kaukasus über die Wiedervereinigung Deutschlands. In der Innenpolitik erwirkte er als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder auf dieser Welt.

Zu seinen politisch schwersten Aufgaben zählte sicherlich seine Funktion als Pressesprecher der Olympischen Spiele 1972, als er in München über den schweren Terroranschlag berichten musste. Hans Klein war weltweit zu Hause doch als gebürtiger Sudetendeutscher war es ihm stets ein Anliegen die Belange der Heimatvertriebenen politisch zu vertreten. Dabei ging es ihm jedoch keineswegs um Revanche. Im Gegenteil setzte sich Hans Klein für eine Aussöhnung im Geiste der Völkerverständigung zwischen Deutschen und Tschechen ein. Hans Klein war Träger des Großen Verdienstkreuzes, des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und des Bayerischen Verdienstordens.

Die Ausschreibung

Um das Lebenswerk von Hans Klein zu würdigen, wurde 2016 erstmal der „Johnny Klein-Preis für die deutsch-tschechische Verständigung“ vergeben. Zum 90. Geburtstag und zum 25. Todestag startet nun der dritte Jahrgang des „Johnny Klein-Preises“.

Gesucht werden journalistische, publizistische oder populärwissenschaftliche Beiträge in allen Medien, die die Kenntnisse von Deutschen und Tschechen übereinander erweitern, das gegenseitige Verständnis in Europa fördern und dabei die Brückenfunktion der deutschen Minderheit in Tschechien würdigen. Die Ausschreibung richtet sich an deutsche, österreichische und tschechische Journalistinnen und Journalisten, Publizistinnen und Publizisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie anerkannte Akteure der Zivilgesellschaft beider Länder. Es werden ein erster und ein zweiter Preis vergeben (dotiert mit 5000 € bzw. 2500 €) sowie ein Förderpreis für Nachwuchs (1500 €). Die Altersbegrenzung für den Nachwuchspreis ist 35 Jahre. Prämiert werden inhaltlich und formal qualitative Beiträge, die von einer Jury ausgewählt werden. Der Preis wird im Rahmen eines Festaktes am 27. November 2021 in Mährisch Schönberg/Šumperk, dem Geburtsort von Hans „Johnny“ Klein, vergeben.

Teilnahmebedingungen

Jeder Teilnehmende kann Beiträge einreichen, die im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. September 2021 zum ersten Mal veröffentlicht wurden. Die Beiträge können in deutscher oder tschechischer Sprache eingereicht werden. Es dürfen maximal drei Autoren an einer gemeinsamen Arbeit beteiligt gewesen sein.

Bewerbung

Für die Bewerbung um den „Johnny Klein-Preis“ 2021 hat die Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik ein Google-Formular zur Verfügung gestellt:

https://bit.ly/JohnnyKleinPreis2021

Nach dem Ausfüllen des Formulars muss der Beitrag an die E-Mail Adresse: kulturassistenz@landesversammlung.cz als PDF-Datei gesendet werden. Das PDF muss der Originalveröffentlichung entsprechen, Datum und Quelle müssen erkennbar sein. Bei Audio- und Videobeiträgen erfolgt die Übertragung in Form einer mp3/4-Datei. Die Maximalgröße der hochzuladenden Datei ist auf 32 MB begrenzt. Bei größeren Dateien ist ein Link zum Herunterladen des Bewerbungsbeitrags in der E-Mail anzugeben.

Der Einsendeschluss ist der 30. September 2021. Unvollständige oder fehlerhafte Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Falschangaben führen zum Ausschluss und zur Aberkennung eventuell verliehener Preise. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Urheberrecht für eingesandte Texte und Radiobeiträge verbleibt bei den Teilnehmern. Die Organisatoren sind zur Veröffentlichung des Beitrags in eigenen Print- oder Online-Publikationen im Kontext der Preisverleihung berechtigt.

Ausrichter und Unterstützer

Der „Johnny Klein-Preis“ wurde erstmals im Jahre 2016 von der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik e.V. organisiert, in enger Kooperation mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, der Sudetendeutschen Stiftung und dem Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), der Stadt Šumperk (Mährisch Schönberg) und dem Begegnungszentrum Mährisch Schönberg vergeben. Des Weiteren fördern heute auch die Deutsche Botschaft Prag, sowie die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen den „Johnny Klein-Preis“.