Kulturstiftung digitalisiert Siebenbürger Heimatstube in Wiehl

Das Leuchtturmprojekt „Virtuelle Heimatsammlungen“ der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen war am 9. Juli in der Heimatstube der Siebenbürger Sachsen in Wiehl zu Gast. Dabei wurden ausgewählte Ausstellungsstücke fotografiert und die Heimatstube für eine 360-Grad-Rundumsicht aufgenommen. Aus diesen Aufnahmen entsteht eine virtuell begehbare Heimatstube, die zusammen mit zunächst elf weiteren Heimatstuben aus Nordrhein-Westfalen auf einer eigenen Webseite weltweit zugänglich gemacht wird.

Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Leuchtturmprojekt dient nicht nur der Bewahrung des aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa mitgebrachten deutschen Kulturguts, sondern leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung der Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa.

Das Bundesland hatte bereits 1957 die Patenschaft für die Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen übernommen. Ihre Heimatstube in Wiehl befindet sich im Kulturhaus Drabenderhöhe am Siebenbürger Platz. Die Ortschaft Drabenderhöhe selbst wurde in den 1960er Jahren zur größten siebenbürgischen Siedlung in Deutschland, als Bewohner aus 190 der ursprünglich 250 Heimatorte in Siebenbürgen hierherzogen. Auch heute ist der Ort ein Zentrum siebenbürgischen Lebens in Deutschland und wurde bereits von drei Bundespräsidenten, Carl Carstens, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau, mit einem Besuch geehrt.

Siebenbürger Trachtenschatz

Besonders stolz ist man in der Heimatstube der Siebenbürger Sachsen in Wiehl auf die Trachtenpuppen, die Volks- und Prunktrachten aus Siebenbürgen zeigen. Etwa 15 lebensgroße und ebenso viele kleine Puppen stellen Erwachsenen- und Kinderkleidung aus. Sie werden mit viel Aufwand und Hingabe von Anna Janesch, der Leiterin der Heimatstube, gepflegt. Zusammen mit Brigitte Thomke, jahrelang Heimmutter im Wohn- und Pflegeheim Haus Siebenbürgen, führt Frau Janesch die Trachten auch vor und begleitet Besucher durch die Heimatstube. Mit dem Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen“ der Kulturstiftung wird ihr diese wichtige Kulturarbeit nun erleichtert. Projektleiterin Elke Wilming und Projektassistent Sascha Gustorf sorgten vor Ort für die fachgerechte inhaltliche Begleitung und technische Umsetzung der Digitalisierung.

Die Webseite mit den ersten zwölf virtuellen Heimatstuben wird Ende des Jahres vorgestellt. Eine Fortsetzung des Projekts „Virtuelle Heimatsammlungen“ ist geplant und auch weitere Bundesländer haben bereits Interesse signalisiert.

Frau Brigitte Thomke (l.) und Frau Anna Janesch kümmern sich um die Heimatstube in Wiehl

 

Einblick in die Siebenbürger Stube in Wiehl